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Rohrleitungen: Pneumatische Förderleitung

Zur Berechnung des Druckverlusts in Förderrohren besuchen Sie bitte unseren Leitfaden für pneumatische Förderung

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Abschnittszusammenfassung
1. Einführung
2. Rohrleitungsverbindungen / Kupplungen
3. Rohrbögen
4. Rohrlänge
5. Druck- und Vakuumdienst
6. Flexible Schläuche


1. Einführung

Förderrohre werden in der pneumatischen Förderung verwendet, um das Produkt von Punkt A zu Punkt B zu transportieren. Ihr Design ergibt sich aus der Berücksichtigung verschiedener Eingaben oder Randbedingungen.

Zu den Randbedingungen gehören Aspekte, die die Leistung des Fördersystems und dessen Einfluss auf die Produktebetreffen. Dies legt den Durchmesser der pneumatischen Förderleitung, aber auch die Auslegung der Bögen des Rohrleitungssystems fest.

Einige Eingaben müssen auch vom Anlagenbetreiber vorgenommen werden, insbesondere in Bezug auf die Art der Rohrkupplung (Klemmverbindung) , die verwendet werden soll, oder die Länge der Rohrabschnitte. Auch das Material der Förderrohre muss gewählt werden: Standard-Kohlenstoffstahl für weniger anspruchsvolle Industrien (z. B. Polymere) oder Edelstahl (Lebensmittelindustrie).

2. Rohrverbindungen für pneumatischen Transport

Wie wählt man die optimale Rohrkupplung? Vor- und Nachteile der einzelnen Kupplungstypen?

Es stehen verschiedene Arten von Rohrkupplungen für die pneumatische Förderung zur Verfügung. Die wichtigsten sind folgende:

  • SMS-Verbindungen (und Varianten wie DIN-Kupplungen)
  • Morris-Klemmen
  • Flansche
Die Entscheidung für eine bestimmte Kupplung hängt von den Betriebsbedingungen der pneumatischen Förderleitung, den Gepflogenheiten des Anlagenbetreibers sowie dem Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Förderleitung ab – insbesondere, wenn das zu fördernde Produkt schwierig ist und Verstopfungen zu erwarten sind, sind schnell lösbare Verbindungen vorzuziehen.

Tabelle 1: Verschiedene Arten von Rohrverbindungen und deren Vor- und Nachteile

Kupplungstyp Bild Vorteile Nachteile
SMS

(und Varianten wie DIN)
PowderProcess.net - SMS-RohrverbindungPowderProcess.net - SMS-Rohrverbindung Schnelles Lösen

Einfaches Demontieren und Reinigen des Rohrs
Teurer – erfordert Gewinderohre

Manchmal schwierig, eine dichte Verbindung herzustellen
Morris-Kupplung PowderProcess.net - Morris-Rohrverbindung Weniger empfindlich gegenüber Rohrausrichtung im Vergleich zu SMS

In der Regel dicht

Kein Gewinderohr erforderlich
Lange Demontagezeit

Nicht immer einfach einzustellen
Flansch PowderProcess.net - Morris-Rohrverbindung Dichtere Verbindung, für hohe Drücke qualifizierbar
Langlebig – in der Regel bevorzugt, wenn Rohre über lange Strecken außerhalb von Gebäuden verlegt werden
Sehr lange Demontagezeit

Nicht immer einfach einzustellen

Dichtung muss bei jeder Öffnung gewechselt werden

3. Bögen in pneumatischen Förderrohren

Wie gestaltet man Förderrohrbögen optimal?

Die Auslegung von Förderrohrbögen ist von besonderer Bedeutung für die verdünnte Phase der Förderung , bei der das Produkt mit hoher Geschwindigkeittransportiert wird. Beim Aufprall auf die Förderrohrkrümmer können einige Produkte beschädigt werden – fragile Pulver brechen und bilden Feinanteile.

Um solche Phänomene zu vermeiden, darf der Krümmerradius der pneumatischen Förderung nicht zu scharf sein. Als allgemeine Regel sollte das Verhältnis Bogenradius / Rohrdurchmesser nicht unter 10 liegen.

4. Rohrlänge

Die Festlegung der Rohrabschnittslänge hängt hauptsächlich von der erwarteten Nutzung des Rohrs ab. Wenn beispielsweise häufige Demontagen zur Reinigung vorgesehen sind, werden kurze Rohrabschnitte empfohlen. Im Gegensatz dazu sind längere Abschnitte wirtschaftlich sinnvoller, wenn das System nicht demontiert werden muss und ein einziges, gut bekanntes Produkt gefördert wird.

Faustregel:

  • Häufige Demontage erforderlich: Rohrabschnittslänge < 6 m (kann bis zu 2 m betragen)
  • Keine Demontage vorgesehen: Rohrabschnittslänge > 10 m

Bei häufiger Demontage der Rohre sollten spezifische Zugänge vorgesehen werden, um einen sicheren Zugang zur Rohrleitung zu gewährleisten.


5. Druck- und Vakuumbetrieb

Der Betriebsdruck der Rohrleitung muss bei der Auswahl der Rohre sowie der benötigten Kupplungen berücksichtigt werden. Obwohl der Druck in Förderleitungen in der Regel moderat ist, ist es eine gute ingenieurtechnische Praxis, den maximal möglichen Druck – insbesondere im Störfall – zu definieren und Rohre sowie Kupplungen auszuwählen, die für einen höheren Druck qualifiziert sind.

Eine korrekte Installation der Kupplungen ist sowohl für den Druck- als auch für den Vakuumbetrieb entscheidend. Undichtigkeiten müssen im Druckbetrieb vermieden werden, da sie zu Produktverlusten sowie zu Staubexplosionsrisiken führen können. Beim Vakuumbetrieb ist das Eindringen von Luft in die Rohrleitung zu verhindern, da dies Verunreinigungen mit sich bringen kann, falls die Luft nicht aufbereitet ist, oder die Leistung der Förderleitung durch Umgehung des Produkteinlasses beeinträchtigen und die verfügbare Förderluft am Leitungsanfang reduzieren kann, was potenziell zu Verstopfungen der Rohrleitung führt.

6. Flexible Leitungen

Kurze flexible Abschnitte können in pneumatischen Förderleitungen eingesetzt werden, insbesondere beim Anschluss an Trichter mit Wägezellen , bei denen die Trichter bewegungsfrei sein müssen, um eine präzise Gewichtsbestimmung zu ermöglichen.

In bestimmten Fällen können auch pneumatische Förderschläuche zur Materialförderung verwendet werden, z. B. beim Entladen eines Tanklastzugs durch pneumatische Förderung: Der LKW wird über einen flexiblen pneumatischen Transfer-Schlauch an die Förderleitung angeschlossen, dessen Material ausreichend widerstandsfähig sein muss, um dem Verschleiß durch den Materialfluss standzuhalten. Bei der Verwendung langer flexibler Schläuche ist darauf zu achten, dass sie möglichst gerade bleiben, da stark gekrümmte Schläuche zu einem hohen Druckverlust in der Förderleitung führen können.